I N T E R N E T U N D D A T E N S C H U T Z
Das Internet ist wohl der Raum, in dem die persönlichen Daten am gefährdetsten sind. Milliarden potenzielle User sind das Ziel dubioser "Datenhändler", die Daten wie Wohn- und E-Mail-Adressen ausspähen, um diese dann weiterzuverkaufen oder die Betroffenen mit unerwünschtem Werbemüll zu überfluten. Dann gibt es die gewöhnlichen Verbrecher, die mit Trojanern, die meist über E-Mail-Anhänge verschickt werden, versuchen, auf dem PC gespeicherte oder eingegebene Passwörter auszuspähen. Meist wundern sich die Betroffenen dann, woher die Störenfriede die Persönlichen Daten bekommen haben, da sie sich offensichtlich kein eigenes Fehlverhalten vorwerfen können. Doch die Tricks der Betrüger sind raffiniert und zahlreich.
Die Großen 3: Spamschutz, Firewall und Virenscanner
Jeder internetfähige Computer sollte mit diesen 3 Features ausgestattet sein, um ein einigermaßen sorgloses Surfen zu gewährleisten. Jeder, der diesen Mindeststandard an Sicherheit für übertrieben hält, ist mehr oder weniger selbst schuld, wenn irgendwann auf dem heimischen PC überhaupt nichts mehr läuft. Bei der heutigen Flut an unerwünschten Spähprogrammen(Trojanern), die jeden Tag durch das Netz "jagen", um sich selbst bei unbedarften Surfern einzunisten, ist es eigentlich unvorstellbar, dass ein ungeschützt vernetzter PC sich nicht innerhalb der ersten 10 Minuten einen Virus, Wurm oder Trojaner einfangen würde.
Autoren von Trojanern erhoffen sich vom verschicken von E-Mails mit dem Vermerk "Bitte Anhang öffnen - Datei.pdf.exe" den Erhalt von Passwörtern und ähnlichen persönlichen Daten. Diese Anhänge, einmal geöffnet installieren ein Programm auf dem PC, das z.B. die Eingaben auf der Tastatur protokolliert und diese dann an den Autor zurücksendet. Daraus kann sich der Autor dann Passwörter erschließen. Wenn der Betroffene Glück hat, räumt der Betrüger nur das Konto seines Opfers lehr, wenn er Pech hat, begeht er mit diesen Daten Straftaten(z.B. mit Passwörtern für DSL-Zugänge) für die sein Opfer dann haften muss.
Abhilfe schaffen die oben genannten Programme. Integrierte "Alleskönner" sind meist teuer und dazu auch noch unnötig. Es gibt zahlreiche kostenlose Alternativen, die die bis zu 50€, alles umfassenden Produkte problemlos ersetzen können. Zudem sind Spamfilter heute auch schon in den Angeboten vieler Mail-Accounts enthalten.
Die Datenspur
Jedesmal, wenn wir im Internet Surfen, hinterlassen wir unbemerkt eine persönliche "Signatur", die sich direkt auf uns persönlich zurückführen lässt. Aus der Analyse dieser Spur lässt sich herauslesen, welche Seiten und Dienste wir im Internet bevorzugt besuchen. Die Möglichkeit, jeden Schritt des Users im Netz haargenau zu verfolgen, hat das Schreckgespenst vom "gläsernen Surfer" Wirklichkeit werden lassen. Auf dieser Seite kann man sehen, was über die eigene Identität schon bekannt ist, welche die letzten Stationen im Netz waren, usw.. Viele Firewalls bieten integrierte, sogenannte Anonymisierer an, die die Datenspur im Netz verschleiern sollen. Doch meist erzielen diese Tools nicht den gewünschten Effekt. Schon aus strafrechtlichen Gründen ist "unsichtbares Surfen" kaum vorstellbar.
Die Erstellung der Datenspur wird zum Teil durch Cookies bewerkstelligt. Diese Informationseinheiten wurden ursprünglich von Netscape entwickelt, zu dem Zweck, die Bedienbarkeit von Webangeboten zu erleichtern. So ist der "Warenkorb" zum Beispiel wird durch Cookies ermöglicht, in dem Informationen über bereits abgelegte Waren beim Anwender zwischengespeichert werden, bis die Bestellung abgeschlossen ist. Auch können Zugangsdaten für Passwortgeschützte Bereiche so abgespeichert werden, dass diese nicht bei jedem Seitenbesuch neu eingegeben werden müssen.
Jedes Cookie wird bei einem Seitenbesuch zunächst im Arbeitsspeicher des Besuchers gespeichert. Es besteht aus einem Namen, einer Zeichenkette , genannt Wert, und einem URL, dem der Cookie zugeordnet ist.Außerdem ist bei jedem Cookie die Lebensdauer begrenzt.
Grundsätzlich lassen sich Cookies in 2 Arten unterteilen:
Sessions-Cookies werden nur kurzzeitig beim Seitenbesucher gespeichert. Diese werden zum Beispiel genutzt, um Abrufprofile für Seiten zu erstellen. So wird untersucht, ob das eigene Seitendesign erfolgreich ist oder ob es überarbeitet werden muss. Diese Art von Cookies können normalerweise nur dann einer User-Identität zugeordnet werden, wenn der Besucher Daten über sich an anderer Stelle veröffentlicht. Nach Ablauf ihrer Lebensdauer oder der Beendigung der Server-Verbindung werden die Cookies gelöscht.
- Session-Cookies oder solche mit kurzer Lebensdauer
- persistente Cookies
Persistente Cookies können unter Umständen schon problematischer sein. Diese werden nach der Trennung von dem entsprechenden Server in einer Datei auf der Festplatte dauerhaft gespeichert. Damit lässt sich der Weg und Verweildauer des Surfers auf einer Seite haargenau nachverfolgen. Wenn auf der Festplatte persistente Cookies von vielen verschiedenen Seiten gespeichert sind, kann bei dauerhafter Datensammlung eine fast lückenlose Datenspur des Surfers erstellt werden, sollten die Cookies gesammelt ausgewertet werden. Doch schon aus einem Cookie lassen sich bei dauerhafter Datensammlung Informationen über die Identität des Sürfers sammeln, solange, bis diese offen liegt.
Die auf der Festplatte gespeicherte Datei trägt normalerweise den Namen "cookies.txt".Meistens lässt sich diese direkt über den Browser löschen. Cookies zu sperren hat meist den Nachteil, dass dann meist Angebote, die nur über Cookies funktionieren, nicht zur Verfügung stehen. Versteckte Cookies lassen sich auch über Shareware- oder Freeware-Tools identifizieren und entfernen.
Mitmachen nur nach Registrierung: Die Wegwerf-Adresse
Wie oft wird man im Internet nach der Preisgabe der privaten E-Mail-Adresse gefragt? Unzählige Dienste von Foren bis hin zu oft dubiosen Gewinnspielen, die dann mit einer "Gewinngarantie" gepriesen werden, verlangen vor der Teilnahme die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse. Die meisten Anbieter solcher Dienste zeigen einem auch, dass man auf den Datenschutz Wert legt, in dem einem vor der Registrierung ein ellenlanger Text vorgelegt wird, den sich manch einer kaum noch durchliest, weil er meint, er kenne diese Standard-Floskeln ohnehin schon auswendig. Doch auf solche Kleinigkeiten ist zu Achten, denn oft verdient der Betreiber kostenloser Angebote nicht nur an Werbeeinblendungen, wie man meinen möchte, auch die "Weitergabe" personenbezogener Daten der User an "Partnerprogramme" oder "zu statistischen Zwecken" ist ein lukratives Geschäft. Einmal den AGB's zugestimmt, ist es mit der Privatsphäre im Postfach meist bald zu Ende.
Auch die Betreiber von Homepages sollten darauf achten, nicht ihre persönliche E-Mail-Adresse als Kontaktlink zu verwenden, da Datenklauer dazu übergehen, nicht mehr passiv die Preisgabe der Adressen durch den User azuwarten, sondern aktiv mit speziellen Programmen die mailto-Tags im HTML-Code der Seiten auszulesen. Andere Datenhändler kombinieren auch auf gut Glück beliebte Bezeichnungen für Adressen (ja, auch das ist statistisch festgehalten) mit Providernamen, bis sie einen Glückstreffer landen.
Abhilfe schaffen hier sogenannte "Wegwerfadressen". Man meldet sich anonym und kostenlos bei einem Anbieter einer solchen Adresse an und kann dort seine Spams "bunkern", die nach ein paar Tagen automatisch gelöscht werden, während man die "Privatadresse" nur engen Bekannten zugänglich macht. Das Problem an diesem Modell ist, dass viele Anbieter unbedingt eine "echte" Adresse von den Usern verlangen, sonst droht der Ausschluss.
Öffentliche Foren
Newsgroups, Chatrooms und öffentliche Foren können für die Autoren der Beiträge gefährlich werden, auch wenn kaum davon ausgegangen werden kann , dass dort intime Geheimnisse veröffentlicht werden.
Doch aus den veröffentlichten Informationen, in Verbindung mit anderen Daten, die mit der Person des Autors in Verbindung gebracht werden können, lassen sich automatisierte Käuferprofile erstellen, für die sich Marketingexperten interessieren. So steigt die Gefahr des "gläsernen Kunden".
Auch Bewerber für bestimmte Berufe sollten darauf achten, sich nicht zu negativen Äußerungen hinreißen lassen. Personalchefs könnten, sollten sie in Bewerbungsgesprächen von entsprechenden Newsgroup- oder Forenaktivitäten erfahren, gezieltt nach Beiträgen des Bewerbers suchen.
Fazit
Zahlreich sind die Gefahren, die im "weltweiten Gewebe" auf jeden einzelnen User lauern. Doch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen und das Modem gleich ausbauen. Schließlich wurde das Internet nicht von Leuten erfunden, die schnell Geld verdienen wollten, sondern von Menschen, die es geschafft haben, riesige Gräben zu überwinden und die Menschheit ein Stück zusammenrücken ließen. Ein Rückzug würde nur denjenigen Recht geben, die das Netz als private Spielwiese betrachten, auf der sie sich alles erlauben können.
Natürlich gibt es viel zu beachten, wenn man beim Surfen unbeschadet bleiben will. Doch der wichtigste Grundsatz ist und bleibt:Sparsam sein mit den eigenen Daten!
Jemand kann eine noch so teure und gute Firewall haben, wenn er nicht die Vernunft besitzt, nicht jedem im Netz arglos seine Adressen und Nummern zu überlassen, kann er sich alle technische Rafinesse sparen.
Wenn man also diesen Grundsatz beherzigt und sich grundlegende technische Sicherungen zulegt, steht einem nicht sorglosen, aber sorgenfreieren Umgang mit dem Internet nichts im Wege.